„Es geht mir gut“

Zu sagen, dass es  einem gut geht, erfordert Mut. Das ist mir erst gerade klar geworden. Ich fühle mich gerade nicht schlecht, also kann ich sagen, dass es mir gut geht. Der erste Instinkt ist aber oft, ein „Naja, es geht schon“ einzuschieben. Warum?

Warum können wir uns nicht eingestehen, dass es uns mit unseren gefüllten          Bäuchen und Handyakkus und Kontaktlisten und Bilderrahmen und Kleiderschränken und Wasserhähnen und Klopapierrollen gut geht?

Weil wir nicht jeden Tag etwas Außergewöhnliches erleben? Weil wir vielleicht gerade eine unbequeme Entscheidung treffen müssen? Qualifiziert uns so etwas denn tatsächlich dazu, uns als leidend zu betrachten?

Anders betrachtet:

Wer sagt, es gehe ihm gut, weicht von der Norm ab. Bei uns ist es nun einmal gesellschaftlich anerkannt, zu jammern.                                                                                   Wer hat das größere Wehwehchen, wessen Kinder melden sich weniger, wer zahlt mehr Heizkosten. Es ist ein Wettkampf des Klagens.

Und dann zu sagen, mir geht es gut, ist ein Akt der Rebellion. Ein Zeichen für das Zufrieden sein. Ein Statement des Positivismus. Und ganz schön mutig.

 

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